Arten von Zertifikaten

Typ Kapitalgarantie Marktmeinung Risiko Chance
Garantie-Zertifikate 100% positiv gering limitiert/unlimitiert/fix
Bonus-Zertifikate Barriere positiv/seitwärts mittel/hoch limitiert/unlimitiert
Express-Zertifikate Barriere positiv/seitwärts mittel/hoch limitiert
Discount-Zertifikate / Aktien-Anleihen Puffer positiv/seitwärts mittel/hoch limitiert
Index-Zertifikate keine positiv hoch unlimitiert

 

Index-(Partizipations)-Zertifikate

Open-end-Indexzertifikate sind börsenotierte Wertpapiere mit unbegrenzter Laufzeit, die dem Anleger ermöglichen direkt 1:1 an der Kursentwicklung eines Index (Aktienindex, Rohstoffindex, …) zu partizipieren.

Bei Aktienindizes ist zwischen Kurs/Preis-Indizes und Performance-Indizes zu unterscheiden: Bei Performance-Indizes wie zb beim DAX fließen die Dividendenzahlungen in den Index (und somit in das Indexzertifikat) ein. Bei Kurs/Preis-Indizes richtet sich der Kurs allein nach den Aktienkursen im Index, d.h.   Dividenden sind nicht enthalten.

 

Garantie-Zertifikate
Garantie-Zertifikate oder Garantie-Produkte gewähren mindestens die Rückzahlung des zum Zeitpunkt der Emission eingesetzten Kapitals und in den meisten Fällen eine fixe Mindestverzinsung. Zusätzlich hat der Anleger die Chance auf eine Rendite, die über dem aktuellen Zinsniveau liegt. Diese Chance kann als Partizipation an einem Basiswert (Index, Rohstoffe, Aktien, usw.) gestaltet oder von der Entwicklung eines Aktienkorbes abhängig sein. Garantie-Zertifikate können auch so gestaltet sein, dass die Überrendite bei Seitwärtsbewegungen oder sogar leicht negativen Bewegungen erzielt werden kann.
In einigen Fällen wird die Kapitalgarantie nur für z.B. 90 Prozent oder 95 Prozent gewährleistet. Dies ermöglicht eine höhere Partizipation an dem zugrunde liegenden Basiswert bei gleichzeitig erhöhtem Risiko.

Beispielhaftes Auszahlungsprofil von Garantie-Zertifikaten am Ende der Laufzeit:

 

Bonus/Teilschutz/Airbag-Zertifikate

Bonus-Zertifikate bestehen aus drei Komponenten: Erstens bieten sie die Chance, an der positiven Performance eines Basiswertes – etwa einem Index oder einer Aktie – zu verdienen. Zweitens gibt es am Laufzeitende eine Bonuszahlung in Form einer Art Garantieverzinsung. Diese wird aber nur dann gezahlt, wenn drittens eine deutlich unter dem Startwert des jeweiligen Basiswertes liegende Kursbarriere (Sicherheitslevel) während der gesamten Laufzeit nie berührt oder unterschritten wird. Bis zum Sicherheitslevel hat der Anleger somit einen Risikopuffer. Wird dieses Sicherheitslevel während der Laufzeit des Zertifikates indes berührt oder unterschritten, wandelt sich das Produkt augenblicklich in ein klassisches Index- oder Partizipations-Zertifikat. Die ursprüngliche Garantieverzinsung, also der Bonusbetrag, geht verloren. Der Anleger hat aber immer noch die Chance, an einer neuerlichen Erholung des Basiswertes zu verdienen.

Teilschutz-Zertifikate weisen, wie ihr Name bereits sagt, einen gewissen Sicherheitspuffer gegenüber Kursverlusten des Basiswertes auf. Fällt der Kurs des Basiswertes bis zum Laufzeitende unter dieses Sicherheitslevel (Knock out Schwelle), so nimmt der Anleger ab diesem Zeitpunkt an den weiteren Kursrückgängen teil.

Beispielhaftes Auszahlungsprofil von Bonus-Zertifikaten am Ende der Laufzeit:

 

Express-Zertifikate

Express-Zertifikate eignen sich für seitwärts oder moderat steigende Märkte. Anleger können bei einem Kurs des Basiswertes an einem vorzeitigen Feststellungstag oberhalb der so genannten Rückzahlungsschwelle die erzielte Performance vorzeitig realisieren. Die Laufzeit des Zertifikates würde vorzeitig enden und der Anleger könnte einen Abrechnungsbetrag vereinnahmen. Anleger profitieren auch von einem Kapitalschutz in Höhe des anfänglichen Verkaufspreises, solange der Kurs des Basiswertes über dem bei Emission festgelegten Schwellenkurs liegt.

 

Beispielhaftes Auszahlungsprofil von Express-Zertifikaten:

 

Discount-Zertifikate

Discount-Zertifikate gewähren dem Anleger im Vergleich zu einem Direktinvestment einen Preisabschlag (Discount) auf den gewählten Basiswert. Im Gegenzug zu diesem günstigeren Einstieg ist der Anleger in seiner Partizipation an der Kursentwicklung des Basiswertes bis zu einer vordefinierten Obergrenze, Cap genannt, begrenzt. Ist der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende gleich dem Cap oder niedriger, erfolgt die Auszahlung des Gegenwertes gemäß dem Bezugsverhältnis, ansonsten wird ein Betrag in Höhe des Cap ausbezahlt.

Beispielhaftes Auszahlungsprofil von Discount-Zertifikaten am Ende der Laufzeit:

Aktienanleihen

Aktienanleihen, auch Cash-or-Shares genannt, räumen dem Inhaber das Recht auf den Erhalt von einem über dem Markt liegenden Kupon ein. Die Tilgung des Nominales zum Laufzeitende ist vom Kurs der zugrunde liegenden Aktie abhängig. Der Emittent kann am Laufzeitende zwischen der Rückzahlung von 100% des Nominales oder der Lieferung einer im Vorhinein festgelegten Stückzahl des Basiswertes zu einem vorher festgelegten Kurs (Ausübungspreis) wählen.

Quellen:

Zertifikatejournal
Zertifikate Forum Austria
RCB