Revolution „Künstliche Intelligenz“

Rückblick auf das HYPO Investmentgespräch vom 23.9.2019

Künstliche Intelligenz ist kein Schlagwort für die ferne Zukunft, sondern bricht sich gerade den Weg mitten in unsere Gesellschaft. Oberösterreich mit seinen vielen High-Tech Unternehmen und seinen hervorragenden wissenschaftlichen Institutionen hat die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz zu einem strategischen Schwerpunkt ausgerufen.

Einen profunden Einblick in dieses spannende Thema gaben am 23.9.2019 Professor Dr. Michael Affenzeller von der FH-Hagenberg, Fondsexperte Dr. Patrick Kolb von der Credit Suisse und Ars Electronica-Chef Gerfried Stocker im Rahmen des Investmentgespräches der HYPO Oberösterreich im Linzer AEC.

HYPO Investment-Gespräch 23.9.2019

Vor allem der Bereich maschinelles Lernen habe in den letzten Jahren einen großen Schub erhalten, so Michael Affenzeller. Die verfügbare Computerleistung sei enorm gestiegen und dadurch können immer größere Datenmengen besser und schneller verarbeitet werden. Das Thema „Künstliche Intelligenz“ sei darüber hinaus in der Gesellschaft durchaus positiv besetzt. Dadurch können Jugendliche stärker für die Technik begeistert werden, betonte der Hagenberger-Forscher. Anwendungen mit „Künstlicher Intelligenz“ werden in den nächsten Jahren erstaunliche Resultate bringen und vor allem viele monotone Tätigkeiten ersetzen. Aber der Mensch sei nicht zu ersetzen, betonte Affenzeller.

HYPO Investment-Gespräch 23.9.2019

AEC-Chef Gerfried Stocker ist überzeugt, dass „Künstliche Intelligenz“ helfen werde, die Auswirkungen des Klimawandels zu meistern. Für diese große Herausforderung werde man, so Stocker, jede sich nur bietende technologische Unterstützung benötigen. Allerdings müsse man sich auch der Gefahren dieser neuen Dimension der Digitalisierung bewusst sein. Dabei gehe es, so Stocker, vor allem um den Datenschutz. Ziel müsse ein digitaler Humanismus sein, bei dem sinnvolle Datenprodukte mit menschlichem Augenmaß umgesetzt werden. Dazu bedarf es aber einer strengeren Regulierung, als bisher, stellte Stocker fest.

HYPO Investment-Gespräch 23.9.2019

Auch Investmentexperte Patrick Kolb schlug in dieselbe Kerbe. Derzeit lieferten sich die USA und China in Sachen „Künstliche Intelligenz“ ein Wettrennen. Europa könne hier vor allem mit dem Thema Datenschutz punkten. Aus Veranlagungssicht bevorzuge er sogenannte „pure players-Unternehmen“. Das seien Firmen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit KI-Anwendungen erreichen. Diese würde langfristig mehr Potential bieten, als die „Supertanker“ wie Google oder Microsoft, so Kolb. „Künstliche Intelligenz“ sei sicherlich ein struktureller Wachstumstrend. Allerdings werde es kein geradliniger Weg werden, Rückschläge müsse man akzeptieren, betonte der Veranlagungsexperte.

Fotos: ©Wakolbinger/HYPO