Finanzmarktkommentar

Trumps Klimawende: Isolation statt Innovation

Donald Trump ist stets für Überraschungen gut. Ob der jüngst von ihm angekündigte Austritt der USA aus der UN-Klimarahmenkonvention, dem Weltklimarat (IPCC), dem Weltbiodiversitätsrat (IPBES) sowie 63 weiteren internationalen Organisationen tatsächlich noch überrascht, ist angesichts seiner bisherigen Politik allerdings fraglich. Nach Trumps Darstellung liege es nicht im nationalen Interesse der USA, Teil zentraler globaler Klima- und Umweltabkommen zu bleiben. Die US-Regierung fördert stattdessen aktiv die Öl- und Gasproduktion ("drill, baby, drill"), wobei die USA als weltweit größter Ölproduzent agieren.

Expert:innen warnen vor gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt und sehen zugleich einen strategischen Fehler mit weitreichenden geopolitischen und wirtschaftlichen Konsequenzen. Klimapolitisch schwächt der Rückzug die internationale Koordination erheblich: Die USA zählen nicht nur zu den größten Emittenten von Treibhausgasen, sondern spielen auch eine Schlüsselrolle bei Finanzierung, Forschung und technologischer Innovation. Ihr Ausscheiden droht globale Klimaziele zu verzögern, da wissenschaftliche Bewertungen, Datengrundlagen und politische Abstimmungsprozesse an Gewicht verlieren. Auch für den Schutz der Biodiversität wäre ein geringeres Engagement problematisch: Schutzprogramme, Monitoring und multilaterale Abkommen könnten unterfinanziert bleiben, was langfristig ganze Ökosysteme destabilisiert.

Hinzu kommen wirtschaftliche Risiken. Eine erratische Klimapolitik schafft Unsicherheit, bremst Investitionen in nachhaltige Technologien und erhöht Übergangsrisiken für Unternehmen. Unterschiedliche Klimastandards können zudem Handelskonflikte verschärfen. Gleichzeitig leidet die internationale Zusammenarbeit, da das Vertrauen in multilaterale Institutionen erodiert und andere Staaten versucht sein könnten, eigene Verpflichtungen ebenfalls zu relativieren.

Innerhalb der USA zeigt sich bezüglich Klimaschutz jedoch ein deutlich differenzierteres Bild. Zahlreiche Bundesstaaten und Städte halten ungeachtet der Bundespolitik an ambitionierten Klimazielen fest. Kalifornien verfolgt weiterhin strenge Emissionsstandards, investiert massiv in erneuerbare Energien und Elektromobilität und kooperiert international mit anderen Regionen. Auch Bundesstaaten wie New York, Washington oder Massachusetts setzen auf CO₂-Bepreisung, den Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie nachhaltige Finanzstrategien für öffentliche Investitionen.

Für Europa ergibt sich aus der KIimablockade der US-Regierung sowohl eine besondere Verantwortung als auch eine strategische Chance. Dass erneuerbare Energien sowie die Elektrifizierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie bereits heute vielfach wettbewerbsfähiger sind als fossile Alternativen, ist Ergebnis eines langjährigen gemeinsamen Kraftakts. Die globale Energiewende ist inzwischen so weit vorangeschritten, dass sie selbst durch neue Allianzen fossiler Staaten kaum mehr aufzuhalten ist, wohl aber gebremst werden kann. Umso wichtiger ist es, dass die EU ihre Rolle als Stabilitätsanker der internationalen Klimapolitik stärkt: durch hohe und gleichzeitig realistische eigene Ambitionen, verlässliche Regulierung und gezielte internationale Kooperationen, unter anderem auch mit progressiven US-Bundesstaaten, Städten und Unternehmen.

Für nachhaltige Veranlagungen könnte dies bedeuten, dass europäische Märkte weiter an Bedeutung gewinnen, da klare politische Rahmenbedingungen Innovationen, grüne Infrastruktur und nachhaltige Finanzprodukte fördern. Eine selbstbewusste europäische Antwort sollte daher auf Dialog, wirtschaftliche Anreize und technologische Führungsstärke setzen – nicht auf Abschottung. So lassen sich langfristig sowohl ökologische als auch ökonomische Stabilität sichern.

Autor:

Dr. Bernhard Huber, CPM, CEFA
Wertpapier Produktmanagement

Stand: 1. Februar 2026

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