Didi Kühbauer: Der Meistertrainer des LASK im Interview

Im Oktober zum kriselnden LASK zurückgekehrt, gelang Dietmar Kühbauer (55) innerhalb kürzester Zeit der Turnaround und historische Titelgewinne im ÖFB-Cup und der Meisterschaft. Mit den HYPO Perspektiven hat er über seine Arbeitsweise, seinen Werdegang und Erinnerungen an die WM 1998 gesprochen. 

HYPO Perspektiven #2/2026
Thema: Sportsommer 2026
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Bei Ihrer Rückkehr zum LASK lag der Klub im Tabellenkeller, heute sitzen Sie als Meistertrainer, Cupsieger und Bundesliga-Trainer der Saison hier. Wie haben Sie das angestellt?

Wenn man als Trainer eine Mannschaft übernimmt, geht es zuallererst darum, die Spieler gut kennenzulernen. Nicht nur als Fußballer, auch als Mensch: Wie tickt er, wie agiert er in der Gruppe, wie kann er mit Stress umgehen? Dieses Kennenlernen dauert seine Zeit, das war beim LASK nicht anders. In dieser Phase ist es umso wichtiger, dass ich ein Trainerteam um mich habe, das mich bei der Trainingsarbeit unterstützt. So habe ich Zeit, die Jungs zu beobachten und zu erkennen, wie ich die Truppe bestmöglich zusammenstelle, damit wir wieder in die Spur kommen. Mir ist es sehr wichtig, gut mit der Mannschaft zu können und ehrlich und authentisch zu sein, damit meine Spieler wissen, woran sie sind. Natürlich spielt auch die fußballerische Qualität der Mannschaft eine große Rolle, aber ich bin überzeugt davon, dass ein Spieler mehr Leistung bringt, wenn er gerne ins Training kommt. Und dazu braucht es einen menschlichen Umgang.

Ihr Wechsel vom Tabellenzweiten WAC zum Vorletzten LASK hat viele überrascht. Was war für Sie ausschlaggebend für die Rückkehr?

Einerseits hatte und habe ich sehr gute Erinnerungen an meine erste Zeit beim LASK, mir gefällt auch Linz richtig gut. Das Wichtigste war für mich aber diese Power, die rund um den Verein spürbar ist: Wenn man auf die Gugl fährt, das Stadion und den großartigen Support der Zuschauer sieht – dann merkt man, dass beim LASK mehr dahintersteckt. Und von der sportlichen Seite gesehen, hat der Verein in den letzten drei Jahren einen großen Sprung gemacht, was die Rahmenbedingungen angeht: In meiner ersten Amtszeit haben wir noch in Pasching trainiert. Jetzt sind wir mitten in Linz und alles, was man sich als Profisportler wünschen kann, ist direkt ins Stadion integriert: Trainingsplatz, Gym, Restaurant, eigene Spielerzimmer – da gibt es keine Ausreden mehr. 

Ein Fußballmannschaft jubelt über den Titelgewinn

Ihre aktive Karriere endete 2008, noch im selben Jahr wurden Sie Trainer bei den Admira Amateuren – ab wann war Ihnen klar, dass Sie Trainer werden möchten?

Gegen Ende meiner Karriere habe ich immer öfter schon als Trainer und nicht mehr als Spieler gedacht und war auch am Platz als Kapitän der verlängerte Arm des Trainers. Nach meinem Karriereende wollte ich dann eigentlich eine Auszeit nehmen, aber schon im Winter hat mir die Admira – mein erster Profiklub als Spieler – den Job bei den Amateuren angeboten. Für mich hat sich damit nicht nur ein Kreis geschlossen, es war auch die großartige Möglichkeit, bei einem Amateurklub zu beginnen. Dort stand ich weniger im Fokus der Öffentlichkeit und konnte so Dinge lernen und auch Fehler machen, denn kein Trainer ist am Anfang perfekt. Rückblickend war diese erste Station sehr wichtig für meine Entwicklung als Trainer.

Eine Konstante Ihrer Trainerlaufbahn ist Ihr langjähriger Co-Trainer Manfred Nastl – was schätzen Sie an ihm besonders?

Wenn man fast zwei Jahrzehnte zusammenarbeitet, kennt man sich irgendwann in- und auswendig. Wir müssen nicht mehr viel reden und wissen trotzdem, was der andere will und wie seine Sicht der Dinge ist. Wir sind quasi immer auf derselben Schiene und das ist für unsere Trainerarbeit sehr wichtig. Das muss nicht heißen, das alles, was wir tun, immer gut ist – aber bis jetzt hat es immer wunderbar funktioniert.

Abschließend zur Fußball-WM, die am 11. Juni beginnt: Sie waren 1998 in Frankreich Teil der Mannschaft – worauf kommt es bei so einem Großereignis besonders an?

Bei so einem Turnier ist ein gutes Teamgefüge entscheidend: Die Mannschaften wohnen vor und während der WM sehr lange auf engem Raum zusammen, da muss es gut harmonieren. Vor allem Deutschland hat das immer wieder gut hinbekommen. ÖFB-Teamchef Rangnick ist dafür bekannt, genau darauf zu achten, dass die Rahmenbedingungen fürs Team exzellent sind – das ist für die WM schon einmal eine gute Grundvoraussetzung.

Und wie weit kommt Österreich?

Das Weiterkommen in der Vorrunde sollte auf jeden Fall drin sein. Ab dem Sechzehntelfinale hängt viel von der Tagesverfassung ab – und davon, welchen Gegner man bekommt. Mit dem neuen Modus sind da zu viele Varianten möglich, um das seriös einzuschätzen.